Suchen

Warum führt kein Weg an Genfer Schokolade vorbei?

Warum führt kein Weg an Genfer Schokolade vorbei?

Genfer Schokolade ist genau wie die Uhrenindustrie ein fester Bestandteil des Kulturerbes der Calvin-Stadt. Dabei geht es vor allem um ein traditionelles Wissen und ein Erbe, das bis ins Jahr 1826 zurückreicht. Damals wurde nämlich die allererste Schokoladenfabrik gegründet, die Jahre später zu einem Wahrzeichen der Stadt Genf wurde. Werfen wir einen Blick auf den Weg dieser süssen Versuchung mit ihren Reizen, die einen Besuch in Genf heute zu einem Muss für alle Schokoladenliebhaber des Landes macht.

Genfer Schokolade zählt heute zu den besten Schokoladensorten der Schweiz. Die Stadt beherbergt namhafte Familien- und Handwerksbetriebe, die ihr Know-how von Generation zu Generation weitergegeben haben. Die Geschichte reicht bis ins Jahr 1826 zurück, als das berühmte Haus Favarger gegründet wurde – neben François Louis Cailler, Philippe Suchard, Kohler und Sprüngli eine der ersten Schokoladenmanufakturen des Landes. Jaques Foulquier, damals ein bekannter Konditor in Genf, beschloss 1826, Schokolade von Hand herzustellen, und löste damit eine Welle der Kreativität und der Kunstfertigkeit aus. Nach seinem Tod im Jahr 1875 übernahm sein Schwiegersohn Jean-Samuel Favarger die Leitung des Hauses. So entstanden die «Chocolats Favarger». Bereits 1818 wurde in Carouge die Chocolaterie Martel gegründet, die zu den Aushängeschildern der Schokoladen-industrie in der alten sardisch anmutenden Stadt gehört.

In Genf gibt es heute viele kleine Schokoladenmanufakturen, aber auch grosse Unternehmen. Jedes Haus bietet seine eigenen Spezialitäten an, für die es seit Jahrzehnten in der Schweiz, aber auch im Ausland, bekannt ist. Kein Wunder also, dass man in Genf so sehr auf Schokolade steht. Die Vielfalt an Aromen, Texturen, Formen und Fertigkeiten sowie garantiert höchste Qualität machen Genfer Schokolade heute unumgänglich. Tauchen Sie ein in die süssen Aromen der Pavés Genevois oder in die knusprigen Nougalines, die tröstlichen Avelines, in die Geschichte der berühmten «Poubelles Genevoises» oder auch in die Raffinesse der Amandes Princesses. Eingeweihte, Feinschmecker oder einfach nur Neugierige werden sich immer wieder verführen lassen...

Bühne frei für den Pavé Genevois

Die Ursprünge dieser Kultleckerei reichen bis ins Jahr 1936 zurück, als ein gewisser Herr Stankovitch in der Confiserie Rangel in der Rue de la Corraterie mit ihrer Herstellung begann. Das Rezept der «Pflastersteine» wurde später an Hans Rohr weitergegeben, den Gründervater des heutigen Hauses Rohr. Dieser begann noch im selben Jahr mit der Produktion dieser Spezialität. Bis heute ist das Haus Rohr das einzige, das die Pavés de Genève nach dem Originalrezept von Hand herstellt. Aber was ist eigentlich ein Pavé? Ein kleiner Würfel aus Schokolade, umhüllt von einer Kakaoschicht, wie ein eiskalter Trüffel, der im Mund zergeht.

Die Poubelles Genevoises

Die Poubelles Genevoises wurden von Hans Rohr kreiert und begründen zusammen mit den Pavés glacés seit über 50 Jahren den guten Ruf des Hauses. Die kleine Süssigkeit erinnert mit ihrer Schokoladenschale, die einen weichen, trüffeligen Kern umschliesst, an die alten Abfalleimer der Stadt. Ein äusserst aktueller Abfalleimer, denn über fünfzig Jahre später existiert das verwendete Modell noch immer und kommt im Labor in Carouge zum Einsatz.

Avelines und Nougalines

Sie gehören zu den wichtigsten Spezialitäten aus dem Hause Favarger. Die Nougalines bestehen aus einer knusprigen Nougatschale und einer cremigen Haselnussfüllung. Das Rezept blieb seit seiner Einführung 1932 unverändert. Die Avelines, ein weiteres Markenzeichen des Chocolatiers, sind so etwas wie Pralinen aus Vollmilchschokolade, dunkler Schokolade und Praliné-Schokolade. Sie werden nach einem 1922 entwickelten Rezept von Hand hergestellt. Ihre Grundzutaten wie Schweizer Vollmilch, Haselnüsse, Mandeln und Bourbon-Vanilleextrakt aus Madagaskar verleihen ihnen ihren typischen Geschmack.

Die Eleganz der Amandes Princesse

Geröstete Mandeln, die karamellisiert, in Milch gehüllt und schliesslich mit Kakao überzogen werden. Ein köstliches, unwiderstehliches Rezept aus dem Hause Auer in der Rue de Rive in den Gassen der Unterstadt. Die 1939 gegründete, familiär geführte Manufaktur ist das Aushängeschild des Hauses. Weitere folgten, darunter die Bonbonnière oder der Schokoladen- und Konditormeister Guillaume Bichet.

Natürlich warten in allen Ecken der Stadt noch weitere Spezialitäten auf Sie... Milchschokolade, Zartbitterschokolade, Mandeln, Haselnüsse, Trüffel... Für jeden Geschmack ist etwas dabei, für einen besonderen Anlass oder einfach nur, um sich selbst zu verwöhnen. Unbedingt probieren!